Das Internet macht vieles bequemer, doch mit den Möglichkeiten wachsen auch die Risiken. Betrügerinnen und Betrüger werden erfinderischer, ihre Nachrichten sehen echter aus als früher, und die Maschen zielen längst auf alle Altersgruppen. Wer die häufigsten Muster kennt, erkennt Warnsignale jedoch früh genug, um nicht in die Falle zu tappen.
Phishing: der Klassiker in neuem Gewand
Beim Phishing versuchen Kriminelle, an Zugangsdaten oder Kartennummern zu gelangen. Dazu verschicken sie E-Mails oder SMS, die aussehen, als kämen sie von einer Bank, einem Paketdienst oder einem bekannten Onlinedienst. Der Text erzeugt Druck: Ein Konto sei gesperrt, eine Sendung liege fest, eine Zahlung sei fehlgeschlagen. Ein Klick führt auf eine täuschend echte Seite, auf der man seine Daten eingeben soll.
Die Verbraucherzentrale warnt regelmäßig vor aktuellen Wellen und zeigt Beispiele solcher Nachrichten. Der wichtigste Schutz ist einfach: niemals auf Links in unerwarteten Nachrichten klicken, sondern die Seite des Anbieters direkt im Browser aufrufen.
Fake-Shops und unseriöse Angebote
Ein zweites großes Feld sind gefälschte Onlineshops. Sie locken mit Markenware zu Tiefstpreisen, verlangen aber oft Vorkasse und liefern entweder nichts oder minderwertige Fälschungen. Erkennen lassen sie sich an mehreren Anzeichen: ein fehlendes oder unvollständiges Impressum, ausschließlich Vorauszahlung als Zahlungsart, ein zu neues Bestehen der Seite und Bewertungen, die zu gut klingen, um wahr zu sein.
Wer sicher bezahlen will, sollte auf geprüfte Zahlungswege achten. Wie man Transaktionen im Netz absichert, haben wir im Beitrag digitale Zahlungen sicher abwickeln ausführlicher beschrieben.
Betrug über Messenger und soziale Netzwerke
Immer häufiger läuft Betrug über WhatsApp und ähnliche Dienste. Beim sogenannten Enkeltrick per Messenger geben sich Fremde als Angehörige aus, die angeblich eine neue Nummer haben und dringend Geld brauchen. In anderen Fällen kapern Kriminelle echte Konten und schreiben deren Kontakte an. Die emotionale Ansprache soll dazu verleiten, ohne Nachdenken zu handeln.
Hier hilft eine einfache Regel: Bei Geldforderungen über Messenger immer über den bekannten, alten Weg zurückrufen und die Person direkt fragen. Ein kurzer Anruf entlarvt die meisten dieser Versuche sofort.
Grundschutz, der bei allen Maschen hilft
Einige Gewohnheiten schützen unabhängig von der konkreten Masche. Dazu gehören:
- Für wichtige Konten die Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren, damit ein gestohlenes Passwort allein nicht ausreicht.
- Für jeden Dienst ein eigenes, langes Passwort verwenden, am besten mit einem Passwortmanager.
- Software und Apps aktuell halten, weil Updates bekannte Sicherheitslücken schließen.
- Bei Druck und Eile misstrauisch werden, denn genau darauf setzen Betrüger.
Wer diese Punkte beherzigt und unerwartete Nachrichten grundsätzlich mit einer gesunden Portion Skepsis liest, nimmt den meisten Maschen ihre Wirkung. Sicherheit im Netz ist keine Frage von Spezialwissen, sondern vor allem von Aufmerksamkeit.
